Corona Erwerbsersatzentschädigung

Selbständigerwerbende, Eltern sowie Personen in verordneter Quarantäne haben Anspruch auf die Entschädigung für Erwerbsausfall. Dieser Erwerbsausfall muss direkt durch Massnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des Coronavirus entstanden sein.

Die Entschädigung wird nicht automatisch ausgerichtet. Beantragen Sie sie mit dem Formular Corona Erwerbsersatzentschädigung bei uns. Wir bitten Sie, die Gesuche elektronisch via connect oder eMail einzureichen, eine Unterschrift wird nicht benötigt.

Die Leistungen werden monatlich rückwirkend ausgerichtet. Somit können Sie frühestens ab 17.04.2020 mit erstmaligen Zahlungen rechnen. Es besteht nicht in jedem Fall Anspruch auf eine Erwerbsersatzentschädigung. Lesen Sie vor Einreichen Ihres Antrages bitte die untenstehenden Ausführungen genau durch.

Corona Erwerbsersatzentschädigung für Selbstständigerwerbende

Wenn Sie aufgrund der Massnahmen des Bundesrates zur Bekämpfung des Coronavirus Ihre Erwerbstätigkeit aufgeben mussten, haben Sie Anspruch auf Entschädigung für den Erwerbsausfall. Auch wenn Sie freischaffende Künstlerin, freischaffender Künstler sind und Ihnen Veranstaltungen annulliert wurden oder Sie eigene Anlässe absagen mussten, haben Sie Anspruch auf Entschädigung für den Erwerbsausfall.

Folgende Betriebe von Selbständigerwerbenden, die aufgrund des Bundesratsentscheids Erwerbsausfälle haben, erhalten eine Entschädigung:

  • Einkaufsläden ohne Waren für den täglichen Gebrauch und Märkte
  • Restaurationsbetriebe
  • Barbetriebe sowie Diskotheken, Nachtclubs und Erotikbetriebe
  • Unterhaltungs- und Freizeitbetriebe: Museen, Bibliotheken, Kinos, Konzerthäuser, Theater, Casinos, Sportzentren, Fitnesszentren, Wellnesszentren, Schwimmbäder, Skigebiete, botanische und zoologische Gärten und Tierparks
  • Betriebe mit personenbezogenen Dienstleistungen mit Körperkontakt wie Coiffeure, Massagen, Tattoo-Studios und Kosmetik

Bekomme ich auch eine Entschädigung, wenn ich nicht zu den aufgeführten Betrieben gehöre?

Nein. Wenn Sie Ihren Betrieb nicht direkt aufgrund der Massnahmen des Bundesrates schliessen mussten, haben Sie keinen Anspruch auf die Erwerbsausfallentschädigung.

Für die eigenen Angestellten kann Kurzarbeit angemeldet und Leistungen der Arbeitslosenkasse bezogen werden, nicht aber für die selbständig erwerbende Person.

Wann beginnt und wann endet der Anspruch auf Entschädigung?

Er beginnt, wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, frühestens also am 17. März 2020. Er endet, sobald die Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus aufgehoben werden. Nach heutigem Wissensstand gelten die Massnahmen bis zum 19. April 2020.

Gibt es die Entschädigung auf jeden Fall?

Wenn Sie bereits Leistungen aus einer anderen Sozial- oder Privatversicherung beziehen, haben Sie keinen Anspruch auf die Entschädigung.

Corona Erwerbsersatzentschädigung für Eltern

Ein Anspruch sollen Eltern erhalten, die ihre Erwerbsarbeit aufgrund von Schulschliessungen unterbrechen müssen, um ihre Kinder (bis zum vollendeten 12. Altersjahr) zu betreuen.

Eine weitere Anspruchsvoraussetzung ist die Unterbrechung der Erwerbstätigkeit. Diese muss aufgrund des Ausfalls der Fremdbetreuung der Kinder erfolgen. Kann die Erwerbsarbeit von zuhause aus verrichtet werden (Homeoffice), gilt dies nicht als Erwerbsunterbruch und es besteht kein Anspruch.

Da während den Schulferien, Schulen geschlossen sind und die Betreuung während dieser Zeit ohnehin anders organisiert werden muss, wird für Schul- und Kindergartenkinder während den Schulferien keine Entschädigung ausgerichtet.

Der Anspruch beginnt ab dem vierten Tag, nachdem die Erwerbsarbeit unterbrochen worden ist und besteht solange, wie die Betreuungsarbeit infolge der behördlichen Massnahme durch einen Elternteil wahrgenommen werden muss.

Als mögliche Fremdbetreuung gelten Kindergärten, Kindertagesstätten, Schulen oder von der Pandemie besonders gefährdete Einzelpersonen. Mit dieser letzten Kategorie sind beispielsweise Grosseltern gemeint, die das Kind betreuen und aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer Risikogruppe die Betreuung nicht länger wahrnehmen können.

Beide Elternteile haben je einen Anspruch aufgrund des Ausfalls der Fremdbetreuung, da die Entschädigung an den unterbrochenen Erwerbstag geknüpft ist. Für den gleichen Tag kann aber nur eine Entschädigung pro Elternpaar bezogen werden, da nur ein Elternteil die Betreuung wahrnehmen muss und der andere der Erwerbsarbeit nachgehen kann.

Der Anspruch soll auch Personen zustehen, die sich im Alltag faktisch wie Eltern um das Kind kümmern, obwohl rechtlich kein Kindesverhältnis besteht.

Die Personen mit Wohnsitz im Ausland, die aber in der Schweiz erwerbstätig sind (Grenzgänger/innen), können einen Anspruch auf die Entschädigung haben. Allerdings muss der Erwerbsunterbruch aufgrund der Betreuungssituation oder der Quarantäne erfolgen und nicht aus andern Gründen bspw. der Schliessung der Grenzen.

Corona Erwerbsersatzentschädigung für Personen in Quarantäne

Personen, die ihre Erwerbstätigkeit wegen Quarantänemassnahmen unterbrechen müssen, erhalten bis zu 10 Taggeldern.

Diese Entschädigung richtet sich an Personen, die nicht selber am Virus erkrankt sind, aber aufgrund von Kontakt mit einer positiv getesteten Person in Quarantäne sind. Die Quarantäne muss ärztlich oder behördlich angeordnet sein. Eine Selbst-Isolation aus Gründen der Vorsicht genügt für den Anspruch nicht.

Höhe und Bemessung der Entschädigung

Zur Festsetzung des Taggeldes wird das durchschnittliche Erwerbseinkommen, das vor dem Beginn des Leistungsbezugs erzielt worden ist, durch 30 Tage dividiert. Das Taggeld beträgt 80 Prozent des monatlichen Bruttoerwerbseinkommens und entspricht im Falle von Teilpensen dem reduzierten Beschäftigungsgrad. Das bedeutet, dass das Taggeld auch für Tage ausgerichtet wird, die aufgrund des Teilpensums arbeitsfrei sind.

Das Taggeld ist auf 196 Franken pro Tag begrenzt.

Für die Entschädigung gilt kein Höchstalter: Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, besteht auch im Rentenalter Anspruch darauf.